Wandern fiel aus

Wir waren auf dem Eckkopf in der Pfalz verabredet . Wandern im Winter, Hütte, Wein, Hausmannskost. Ihr kennt das. Babysitter engagiert und dann ist Kind 3 plötzlich krank und hat Fieber. Blieb ich zu Hause mit den drei Jungs und meine Dame ging mit ein paar anderen Leuten in den Wald. 😦
Was macht man den ganzen Tag mit den drei Typen in der Bude?
Dann lag da die neue Laubsäge herum und diese Schrankrückwand. Wachskreide die man auch mit Wasser vermalen kann. Ein Buch mit Motiven war schnell gefunden und erst mal Pinguine auf Papier üben. Kind2 mit seinen sieben Jahren erstaunte mich. In der Sommerfreizeit  der Stadt hatte er schon mal mit so einer Säge gesägt und er machte den Pinguin komplett alleine (links im Bild) . Ich mag diese „Kindoptik“ des linken Pinguins und vor allem die Bommelmütze.
Graue Dezembertage mit Laubsägen und Kekse. Ich fühlte mich ein wenig wie bei den Waltons. Als Adventsschmuck finde ich die große Klasse. Auf Kind 2 bin ich stolz wie Bolle.
Keine Ausreden, das kann jeder basteln.

Pinguine
 

Der Palettentisch

Paletten, jeder kennt sie und wahrscheinlich wird die ganze Welt mittlerweile auf Paletten und Container verwaltet. Das man damit tolle Sachen bauen kann, sieht man immer wieder.
Eine Vorsichtsmassnahme sollte jeder beachten. Wenn ihr eine Europalette nehmt, dann nur eine von der ihr wisst, dass sie noch nicht im Einsatz war. Es geht nicht nur darum, dass diese Dinger in der ganzen Welt für jedes Zeug benutzt werden und eventuell auch mit Stoffen in Berührung kommen die nicht ungefährlich für die  Gesundheit wären.  Paletten werden mit Antischimmelmittel (Fungiziden) behandelt damit sie nicht so schnell verrotten. Das sollte man nicht im Haushalt oder gar als Bett verbauen.

Finger weg, wenn ihr nicht wisst woher die Paletten kommen.

grüner Sessel-2

Ich lasse generell die Finger von Europaletten, zumal die für die meisten Dinge zu große Brettabstände haben. Meine Firma bekommt immer mal wieder Drucker, Computer auf Einwegpaletten angeliefert. Das Holz ist schlifffrisch und fühlt sich auch nicht gewachst an. Es riecht nach Harz und Holz.
Palette
Aber jetzt geht es los. Ach ja, man muss wissen, was man am Schluss will. Es sollte ein Spieltisch für die  Familie werden. Da wir gerne auf dem Boden hocken, wäre das perfekt. Er sollte natürlich zum Rest des Raumes passen.
Rollen sind für mich immer wichtig. Lenkbare und bremsbare Rollen.
Von der Optik sollte auf jeden Fall die Palette erkennbar bleiben. Die Macken im Holz und die Dellen durch die eingeschossenen Krampen sollten bleiben.

  • Alles weg was verletzten kann. Lange Splitter müssen weg, alles was nicht fest ist würde sowieso irgendwann wegbrechen. Splitter im Ansatz erkennen und evtl. wegsägen an der Stelle wo das Holz noch fest ist
  • Überstehende Nägel raus ziehen. Unter Umständen muss man manche Stellen dann neu vernageln. Oft kann man mit einem Dorn oder starken Schraubendreher die Nägel tiefer ins Holz eintreiben. Das ist die einfachste Lösung.
  • Schleifen. Viel Schleifen. Schleifen bis es sich wie ein Babypopo anfühlt. 100 er Schleifpapier. Viel Schleifpapier. Auch Schleifleinen um zwischen den Brettern etwas für Ordnung zu sorgen.

Leider habe ich die Fotos vom Schleifen, vom Anstrich mit der Vorstrichfarbe, vom ersten Anstrich des Lacks etc irgendwie verschlampt. Es tut mir leid. Sollte ich sie wieder finden, werde ich sie hier einpflegen. Pardon.

  • Nachdem der Tisch rundum „weich“ war, die Kanten entgratet  und nichts mehr splitterte, strich ich die „Tischplatte“ mit Vorstrichfarbe (weiß). Die Löcher und Dellen ließ ich wie sie waren, die Narben und der Stil der Palette sollte bleiben und in einem krassen Kontrast zur Oberfläche stehen.
  • Am Besten man lässt jeden Anstrich zwei Tage lang trocknen. Dadurch ist das Schleifen wirklich besser als wenn der Lack so halbgar ist. Nehmt eine Farbe auf Wasserbasis, die stinken nicht und das Werkzeug ist im noch nassen Zustand einfach mit Wasser zu reinigen. BAUHAUS hat da eine Produktpalette, die ich sehr empfehlen kann. Der kleine blaue Tisch hat bis heute nicht ein Stück Farbe verloren und der wird sehr beansprucht. Aktuell ist er zum dritten Mal mit Filzstift vollgeschmiert. Kind 3 findet das toll. Eierkopp. 🙂
  • Die Vorstrichfarbe gibt eine gute und tragende Grundierung für die nächsten Farbschichten. Es füllt ein wenig aber nicht so, dass es mich stört. Alles mit 100er und dann mit 180er Papier nachschleifen.
  • Schwingschleifer ist für diese Arbeit eine große Hilfe. Auch fürs Schleifen der Palette mit all den Ecken und Kanten solltet ihr die Maschine nutzen. Manuell gibt es noch genug zu tun. Ich habe einen preiswerten Deltaschleifer und einen uralten Schwingschleifer, das sollte reichen.
  • Also Vorstrichfarbe, schleifen, finale Farbe (leider war die Farbe nicht ganz ochsenblutrot), schleifen, nochmal die Farbe.
  • Wenn ihr hier fertig seid. Lasst es so. Ich habe es nochmal sehr fein angeschliffen, weil am Schluss ja noch ein Zuckerguss in Form von Schiffsparkettlack drauf kommt.
  • An dieser Stelle wollte ich ein Ornament ein Muster haben. Dazu nahm ich den alten Trick mit der hässlichen Gardine. Ich nutzte so eine Plastik-Oma-Tischdecke. Aber es geht jede Gardine.
    Drüber legen und mit weitem Abstand eure Farbe drüber sprayen. Fertig.
  • Parkettlack auftragen. Dick und fett. Wenn der Lack dann trocken ist….gleich nochmal drüber, die ganze Palette diesmal.

Das war es eigentlich schon. Man muss Geduld haben und immer gut trocknen lassen und da ich keine Werkstatt habe passierte das Streichen im Zimmer und das Schleifen auf dem Balkon. 

Die Rollen. Ein besonderes Thema. Klar gehe ich erst mal zum lokalen Baumarkt und da kostete eine Rolle (gelenkt) 16 Euro. Mit Bremse 20 Euro. Ich suchte in mehreren Märkten immer das gleiche Bild und dazu noch in schlechter Qualität. Gratig und angerostet.
Ich muss da amazon loben, denn da bekam ich vier Rollen gelenkt, zwei davon gebremst und in toller Qualität. Für 18 Euro. Klar wo ich da zugreife!

RäderMontage

Ich habe die dicke des Holzes und der Montageplatte der Rollen gemessen, passende Schrauben gekauft, Unterlegscheiben und passende, wunderschöne Hutmuttern. Ich liebe diese Dinger.
Löcher gebohrt. Angeschraubt und fertig war der Tisch.

Der Tisch wird täglich genutzt. Junior hockt drauf und dran und spielt auch mit seinen Metallautos. Zur Geburtstagsparty stand er voller Getränke und Chili.
Es gibt einen Nachteil. Beim Würfeln fallen die Würfel manchmal zwischen die Rille und der Wurf „brennt“. Manchmal ist das auch Glück 🙂
Ansonsten hat schon jeder über diesen Tisch gestaunt. Es liegt daran, dass er so glatt ist obwohl man ja eine Palette berührt. Das ist ein sonderbar gegensätzliches Gefühl.

Habt ihr Fragen? Fragt mich in den Kommentaren.

Rollen Hutmuttern-2
Spieltisch-2

Der kleine Tisch

Vor ein paar Jahren kauften wir mal zwei Tisch preiswert die einen Wasserschaden hatten. Die Tischplatte war völlig aus dem Leim und die Bretter hatten einen großen Spalt in der Mitte des Tischs. So ist er ganz schön auch wenn die schönen bauchigen Beinchen kaum zur Geltung kamen. Den länglichen Tisch verkauften wir mal auf einem Flohmarkt. Den kleinen wollte keiner. Der Schaden in der Mitte war einfach zu groß.
Jetzt waren wir durch Zimmerumbau kurz davor den Tisch wegzuwerfen, ich brachte es aber nicht übers Herz. So richtig gefallen hatte er mir nie, aber „Es ist ein Tisch“! Also bevor ich ihn wegwerfe, bastle ich ein wenig dran herum. Da wir ein Zimmer jetzt irgendwie sehr morgenländisch haben, brauchten wir dort auch einen Tisch. Aber dieser hier war eben eher aus Indonesien anzuordnen als im Orient.

Zuerst gab es die Idee, wir streichen das Teil in einer knalligen Farbe. Streichen deswegen, weil der Tisch ja nicht wirklich „senkrecht“ sein soll. Es gibt Spalten, Kurven und so wäre eine glatte Lackierung nicht glaubwürdig. Also breiter Lasurpinsel um eine Maserung hinzubekommen. Eine Farbe auf Wasserbasis, stinkt nicht und ist ungiftig.
Die wirklich scharfen Ecken habe ich rund geschliffen weil diese Ecken wirklich schmerzhaft sind. Mein großer Sohn kann das mit zwei Krankenhausbesuchen und Narben am Kopf bestätigen.

Der Tisch, schon abgeschliffen, war er schöner als zuvor.

Meine zwei Helfer. Einmal mit Maschine und einmal manuell. Das war gute Arbeit Jungs!

Als der Tisch dann schon fertig in blau in der Bude stand, da sah der etwas nackt aus. Wir wollten zwar schwarze Akzente setzen, aber irgendwas fehlte. Es gibt im Baumarkt eine schön große Bodenfliese mit orientalischem Muster. Die sollte die beiden Bretter in der Mitte ersetzen, die sowieso undicht waren.
Also säge ich die Mitte heraus und ich muss sagen, dass der Tisch stabiler konstruiert ist, als man auf den ersten Blick so denkt. Die Bretter waren verleimt und(!) genagelt. Das mir unbekannte Holz ist sehr stabil. Wer weiß um welche Holzsorte es sich handelt, kann mir das gerne mitteilen.
Leider war die orientalische Fliese gerade ausverkauft aber schlau wie meine Dame ist, brachte sie eine goldfarbene Fliese mit „Klötzchenmuster“ und die gefällt mir noch besser.
Also anzeichnen, aussägen bis es passt. Beim Aussägen von Brettern immer darauf achten, dass man alle Nägel gezogen hat, die Säge dankt es. Ein kleines Metallsuchgerät kann da gute Dienste leisten, wenn man sich nicht sicher ist. Die Stichsäge dankt es einem.

Die Bretter sind ausgesägt und verlattet. Darauf kam dann eine Sperrholzplatte.

Wenn es geht, sollte das einigermaßen gerade sein, auch wenn der Stil ja etwas schief wirken soll.

Bei den nächsten Bildern ist die Fliese schon eingesetzt und mit Holzspachtel ausgefugt. Trocknen lassen (ich weiß, es ist nicht leicht mit dieser diese Warterei). Danach fein runterschleifen und gegebenfalls nochmal nachspachteln. Ich nahm zum Schluß 240er Schleifpapier Papier.

Geduld ist der Weg zum Erfolg
Nicht ganz zufrieden

Das ganze war mir einfach zu viel blau und zu sah wie ein Erlkönig aus. Da fehlte für mich irgendwie der „Schmiss“ also irgendwie eine dritte Farbe um etwas mehr Kontur in das Möbel zu bekommen. Das bemerkte ich aber erst hinterher als die Spachtel schon blau war.
Abkleben ist Teufelszeug vor allem wenn die Dinge die man abklebt solch große Lücken haben. Feinarbeit ist angesagt und Geduld. Blaue Farbe mit dem Messer rauskratzen.

Ein paar Sachen hätten besser werden können, gerade das mit dem Abkleben, das ist einfach nicht mein Ding. Aber ich bin zufrieden und so langsam wird das triste Wohnzimmer etwas farbenfroher. Die kleinen Orientteppiche helfen auf jeden Fall dabei.

Die schwarzen Kanten geben erst richtigen Schliff. So sind die Konturen schön zu sehen.

Zum Schluß war der Tisch immer noch irgendwie konturlos und nackt. Da nahm ich den schwarzen Hochglanzlack und arbeitet alle Konturen noch mal aus. Das war es, was mir fehlte.

Tee und Baklavar gibt es in Zukunft immer im Kaminzimmer.

Komm ich heute nach Hause,

hat meine Dame so Zeugs gebaut.
Eine Biege für das Brennholz. Einen alten IVAR (IKEA) mit der Stichsäge zusammengesägt, an der Wand gegen umkippen mit großen Winkel befestigt. Einen Teil des IVARs hat sie unten als Sockel angebracht zur Stabilisierung und damit das Holz zur Wand geneigt wird und nicht die ganze Biege umfällt. Jetzt muss ich „nur“ noch 120 Kilo Holz hochschleppen, dann kann der Winter kommen.
Das zweite ist ein Tarte Tartin und das ist was ganz hervorragendes aus dem Franzosenland. Ein gestürzter Kuchen mit Karamell und neuen Äpfel aus der Pfalz.
Ach ja und sie kochte mir einen Kaffee und Abendessen und sah dazu noch bildhübsch aus. 🙂
Ich hoffe meine Elternzeit geht bald los.

Buche

Apfel